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Konfirmation oder ein bunter Haufen von Menschen

Autor: Julia | Datum: 25 November 2013, 07:45 | 2 Kommentare

Die Konfirmation in Bungu war bereits die zweite Konfirmation, zu der ich gegangen bin. 

Zusammen mit Barbara und Flora haben wir uns morgens auf den Weg gemacht, haben unterwegs noch ein paar Kinder eingesammelt, die auch nach Bungu wollten, haben Lieder gesungen und sind dann so gegen 09.15Uhr in Bungu angekommen.  Geplant war, dass der Gottesdienst um 09.00Uhr anfängt.

 

Dann ging es für uns allerdings als erstes in das  Haus von Pastor Shedafa, wo für alle Gäste und vor allem für alle anderen Pastoren ein großes Frühstück mit Brot, Mandazi, Eiern, Leber und natürlich Chai bereitgestellt war. Die Stärkung tat sehr gut, da es relativ heiß war und wir nicht wussten, wann wir das nächste Mal die Möglichkeit bekommen würden uns wieder zu stärken.

Um kurz vor 10.00Uhr kam dann Bewegung in die Sache rein und die Konfirmanden und Konfirmandinnen reihten sich in zwei Reihen auf und es ging los. Angeführt von dem Trompetenchor marschierte der Zug vom Pastorenhaus den Berg runter bis zu der Kirche. Da aber zu erwarten war, dass ziemlich viele Menschen kommen, wurde alles draußen aufgebaut und der Gottesdienst fand im Freien statt.

Ich saß direkt neben dem Bereich für die Pastoren zusammen mit anderen eingeladenen Gästen. Zum Glück hatten wir da auch eine Plane über dem Kopf und dadurch nicht mit der prallen Sonne zu kämpfen. Und der Plane saßen ansonsten noch die Konfirmanden und die drei  Chöre. Alle anderen Besucher haben sich rund herum gestellt oder gesetzt.

Ich muss zugeben, dass ich nicht alles verstanden habe und oft auch gar nicht zugehört habe, was gesagt wurde. Drei Stunden lang wurde immer abwechselnd gesungen, die Liturgie durchgeführt, gepredigt, gesungen, gepredigt, erzählt, gepredigt, gesungen usw. Nach diesen drei Stunden fing dann endlich die eigentliche Konfirmation der 174 Konfirmanden an.

Alle Mädchen in weißen Kleidern und Stöckelschühchen und viele hatten außerdem noch Glitzer im Gesicht. Die Jungs alle fein im Anzug und mit Lackschuhen. Es gibt allerdings eine Regel, vor allem für die Mädchen, dass alle kurzes Haar haben und keiner irgendwelchen Schmuck oder sonstigen Schnickschnack tragen darf. Falls doch jemand mal eine Kette trug, wurde sie vor der Segnung abgenommen. Hintergrund war meiner Meinung nach, dass so verhindert wurde, dass man sich über die Maßen schick macht und ganz viel Geld ausgibt. Außerdem erhält man so eine gewisse Einheit und sieht nicht direkt, wer sich vielleicht keinen tollen Haarschnitt leisten kann.

Es wurden immer 10er-gruppen nach vorne gerufen und erhielten dann ihren Segen und ein Zertifikat. Jeder der Pastoren (ich glaube ungefähr 10) hatte dann an die 20 Konfirmationen durchzuführen. Den Gottesdienst geleitet hat der Stellvertreter des Bischofs, da dieser selbst nicht teilnehmen konnte auf Grund einer Reise. Anders als bei meiner eigenen Konfirmation, wurde nicht bei jedem ein eigenen Konfiramtionsspruch vorgelesen. Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es eine gewisse Anzahl von Sprüchen, die von der Diözese vorgegeben werden und dann immer für eine Gruppe vorgelesen wird. Ich kann mich allerdings auch irren. Die Übergänge wurden immer von den verschiedenen Chören gesungen oder gespielt. Es gab außerdem eine große Lautsprecheranlage und alle Pastoren haben mit Mikro gesprochen, damit man sie auch verstehen konnte.

Vor und nach der Konfirmation haben die Konfirmanden zusammen ein Lied gesungen, genau wie bei meiner eigenen Konfirmation. Allerdings muss ich zugeben, dass wir damals nicht vierstimmig gesungen haben und auch nicht sonderlich viel getanzt haben.

Als der Gottesdienst dann (endlich) nach 5 ½ Stunden zu Ende war und selbst einer der Pastoren mich um etwas Wasser gebeten hatte (habe vorausschauend eine Flasche Wasser mitgenommen) ging es dann wieder zum Haus des Pastoren, wo wir „etwas“ Mittagessen bekommen haben (Reis, Pilau, Soßen, Fleisch (Hühnchen + Rind), gekochte Bananen, Kohl, Gemüse, Früchte, Soda, Wasser, …)

Zuhause angekommen war es dann 17.00Uhr und wir hatten den gesamten Sonntag mit der Konfirmation verbracht.

Was mcih am aller meisten fasziniert hat, waren die Menschen. Es waren so unglaublich viele Menschen da. Ich weiß nicht wie viele hunderte oder sogar tausende von Leuten anlässlich der Konfirmation gekommen sind. Und es war unglaublich bunt. Ich fand bunte Kleidung ja schon immer toll, aber so einen bunten Haufen habe ich meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Die Fotos können da nur annähernd einen Einblick geben. Konfirmation ist hier ein sehr großes Fest und alle Leute drehen komplett am Rad. Es ist üblich entweder den Tag davor oder danach zu Hause zu feiern. Feiern heißt in diesem Fall, dass man Unmengen an Essen kocht und so viele Leute wie möglich zu sich einlädt.

Bei der Konfirmation in Lutindi habe ich es lediglich geschafft zu sechs Leuten zu gehen und sie zu besuchen. Essenstechnisch hat das allerdings auch vollkommen gereicht! Ich bin mittags losgegangen und habe dann 6 warme Mahlzeiten bekommen mit Fleisch und Reis und noch mehr Fleisch und Bananen und dann nochmal Nachschlag…Außerdem wird überall Musik gespielt und bis tief in die Nacht (02.00Uhr morgens) getanzt und gesungen und gegessen. Und ich sag euch, vor allem die Jungs, können so was von gut tanzen. Da wird man echt neidisch! Und jeder tanzt hier. Egal ob groß, klein, alt, jung, dick, dünn, Mann oder Frau.

Auf jeden Fall immer wieder ein sehr aufregendes Erlebnis, auch wenn der Gottesdienst sich teilweise sehr in die Länge ziehen kann.

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