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Transportmittel

Autor: Julia | Datum: 30 Oktober 2013, 20:11 | 1 Kommentare

Ich hab mal von klein bis groß alles aufgeschrieben, womit ich hier schon unterwegs war.

Nummer 1: Zu Fuß

So bewegt man sich natürlich vorwiegend fort. Ob es jetzt der Weg zur Arbeit ist, zur Kirche, zur Chorprobe, um spazieren zu gehen oder jemand anderen zu besuchen, man macht es „kwa miguu“ (= mit den Füßen, zu Fuß).  Dazu muss man allerdings sagen, dass meine Wege da im Vergleich zu den anderen Mitarbeitern und Menschen um mich herum sehr viel kürzer sind. Da ich auf dem Hospitals Gelände wohne, existiert der Weg zu meiner Arbeitsstelle eigentlich gar nicht. Bin ja schon da, wenn ich aus der Tür raustrete.   Und auch der Weg zur Chorprobe oder zur Kirche ist jetzt nicht so weit. Schätzungsweise keine 50m und ich bin da. Aber diese Wege laufe ich natürlich fleißig jeden Tag zu Fuß! :D

Und auch ansonsten mag ich es eigentlich sehr gerne spazieren zu gehen. Ich gehe öfters mal zum Aussichtspunkt, dem „Masusu“, rauf oder setze mich an den Trinkwasserteich. Oder ich gehe nach der Arbeit mal ein bisschen rum um irgendwen zu besuchen oder zu sehen wen ich spontan treffe. Zum Thema Laufen oder Joggen gehen…Mhh was das angeht bin ich etwas faul. Liegt allerdings vor allem auch an den Bergen hier. Und weil es auch nicht unbedingt so üblich ist.

 

Viele Arbeiter wohnen hier in der Nähe und müssen daher auch nicht allzu weit gehen. 10-30 Minuten würde ich mal so sagen. Viele kommen allerdings auch von etwas weiter her. Z.B aus Nazareth, ein Dorf was etwas weiter den Berg runter liegt. Und Suleman, der Gärtner, läuft jeden Tag von Welei aus hier hoch. Welei liegt schon fast in der Ebene und er braucht ca. 1 ½ - 2 Stunden…Wohlgemerkt nur bergauf! Da kann ich nicht mithalten.

Und wenn man irgendwelche Sachen trägt, trägt man die natürlich auch einfach auf dem Kopf! Selbst die riesigen und unglaublich schweren Boxen! Mit Flipflops den berghoch. Wirklich beeindruckend!

 

Nummer 2: Pikipiki

Pikipiki ist meistens die Variante, die ich wähle, wenn ich in die Ebene runter fahre bis Sambiazi (Dorf an der Hauptstraße Richtung Korogwe und Lushoto). Für ne ¾ Stunde berg runter fahren bezahlt man 6000 Schillinge, sprich ca. 3€. Nochmal zur Erinnerung an alle, die es vergessen haben: Pikipiki = Motorrad. Es gibt hier in Lutindi einen Pikipikifahrer, Mhina, der eig immer die Freiwilligen fährt. Und jetzt halt mich. Er fährt nämlich wirklich gut und sicher, was Garnichts so einfach ist bei den hiesigen Straßenverhältnissen und den doch teilweise sehr steilen und steinigen Straßen. War doch schon ein Erlebnis beim ersten Mal! Bin ja vorher auch in Deutschland noch nie Motorrad gefahren, bzw. viel eher mitgefahren. Und dann direkt auf dieser Straße, berghoch und runter und ohne Helm. An alle Omas, Opas und besorgte Mütter: „No risk, no fun!“ und wirklich ich fahre auch wirklich nicht mit irgendwelchen willkürlichen Fahrern mit, sondern nur mit Guten!

Nummer 3: Bajaj

Das sind so kleine Mini-Autos mit 3 Rädern. Vorne sitzt der Fahrer und hinten gibt’s eine Sitzreihe. Bin bisher erst einmal mit einem gefahren. Ist irgendwie ganz süß. Manche schaffen es sogar bis hier hoch nach Lutindi. Die meisten fahren jedoch unten in der Ebene zwischen den Städten auf der Straße hin und her und drängeln sich durch die kleinsten Lücken. In Dar Es Salaam ist es ziemlich extrem mit den Bajaj. Es gibt soooo viele! Und wirklich sobald sich die kleinste Lücke auftut, zack.

Nummer 4: Auto

Am öftesten bin ich bisher mit dem Krankenhaus-Auto gefahren. Es gibt 2. Eins, womit Werner immer fährt und das andere wird von Timotheo (alias Timo) gefahren. Jeden Mittwoch und Freitag fährt Timo runter nach Korogwe um die Patienten, die entlassen wurden runter zu fahren. Unten in Korogwe gibt es auch noch eine weitere Station des Hospitals, wo er die Patienten dann absetzt. Außerdem habe ich so die Möglichkeit mal Sachen vom Markt zu bekommen, ohne selbst runter fahren zu müssen. Auch Guthaben fürs Handy kriegt man hier oben leider nicht. Es gibt hier auf dem Hospitalsgelände, direkt neben meinem Zimmerchen einen kleinen Laden, der zB Zucker, Mehl, Erdnüsse, Kekse, Öl, Margarine und Zahnpasta verkauft. Die Sachen kaufe ich generell immer bei Mama Bahati, bzw. Mama Godi (Mit den Namen der Frauen ist das alles etwas schwieriger hier. Sie haben einen eigenen Namen. In diesem Fall Bahati. Allerdings werden sie meist nach dem erstgeborenen Kind benannt. In diesem Fall Godi, der hier auf dem Bauernhof arbeitet. Man muss also nicht nur einen Namen lernen, sondern mindestens 2. Wenn man den Erstgeborenen zB nicht kennt, sondern nur den drittgeborenen, dann ist es halt wieder ein anderer Name. Das führt manchmal zu kleineren Missverständnissen).

Nummer 5: Daladala

Das sind kleinere Busse, so im VW-Bus Format. Ich bin bisher auch erst einmal mit einem runter nach Sambiazi gefahren. War echt interessant. Man sollte meinen der Bus ist voll, aber nein einer geht noch! Und noch einer! Und noch einer! Und noch ein Sack Mais! Und noch zwei Koffer! Ich hab versucht zu zählen…Ich glaube wir waren ca. 20´Leute und ein paar Kinder auf den Schößen du einige Koffer, Eimer und Säcke mit Mais, Mehl etc. Ich hatte zum Glück noch einen Sitzplatz gekriegt, wie ich oben eingestiegen bin. Und in dem Daladala wurde sich munter unterhalten und alle schrien ihre Meinung laut raus.

Nummer 6: Basi

Das sind dann schon etwas größere Busse, die zwischen den größeren Städten hin und her fahren. Der Preis ist echt sehr sehr niedrig. Ich hab glaube ich wieder 3000Schillinge bezahlt für 1-2 Stunden Fahrt. Aber auch hier wird gequetscht und Sitzbänke ausgeklappt, wenn es nötig ist. Und die haben dann auch echt einiges an Tempo drauf. Leider habe ich auch schon viele Unfälle mit Bussen gesehen, die umgekippt sind. Ich bete einfach, dass es mir nicht passieren wird.

Nummer 7: Traktor + Anhänger

Letztes Wochenende hatte ich dann mit Abstand meine abenteuerlichste Fahrt. Wir waren mit dem Chor zu einem anglikanischen Gottesdienst  in Ambangulu eingeladen. Der Gottesdienst wurde anlässlich der Bitte um Spenden für Lautsprecher, Mischpult, und weitere Instrumente gehalten. Und wir sind dann mit 26 Chormitgliedern und 4 großen Lautsprechern, einem Keyboard, 2 E-Gitarren, einem Bass, einem Mischpult, einem Generator und einer großen Kiste mit Kabeln dahin gefahren. War halt nur die Frage, welches Fahrzeug uns alle plus Instrumente transportieren könnte. Am Anfang wurde immer von einem „gari“ (= Auto) geredet. Und als das Auto dann um die Ecke bog, sah man diesen Traktor mit Anhänger.

 

Es war unglaublich lustig kann ich euch sagen! Ich saß mit den anderen hinten auf dem Anhänger. Bzw. ich saß oben auf den Boxen und die meisten standen und haben sich am Geländer festgehalten. Und dann ging es los. Und wir sind geruckelt und hin und her geschleudert worden, mussten uns immer wieder ducken, um nicht von Ästen erwischt zu werden. Aber wir haben uns gefeiert und haben fast den ganzen Weg lauthals irgendwelche Lieder gesungen. Und wir wurden unsererseits von den vorbeigehenden Menschen gefeiert. Lautes Lachen, Klatschen oder Vigelegele begleitete uns den ganzen Weg von 2 Stunden bis Ambangulu.

Da angekommen haben wir uns erst mal umgezogen (Einheitliche Uniform: Schwarze Hosen oder Röcke und die leicht grünen ehemaligen Polizeihemden).  Danach haben wir gekochte Bananen zum Frühstück bekommen und etwas Chai. Und dann fing der Gottesdienst auch schon an und dauerte 4 Stunden. Ich glaube wir haben an die 10 Lieder gesungen. Die meisten auf Kiswahili, allerdings auch 2 auf Kishamba. Aber ich bin ganz gut klargekommen. Selbst mit den Tanzschritten :D Nach dem Gottesdienst haben wir uns noch lange mit dem anderem Chor unterhalten und  haben Mittagessen (Reis, Pilau (gewürzter Reis mir Kartoffeln und Fleisch) und rote Bohnen. Gegessen wurde natürlich mit der Hand) gegessen. Und dann kamen auf ein mal alle möglichen Leute (Kinder und Erwachsene) zu mir und haben gefragt, ob ich  ein Foto mit ihnen machen könnte. Es gab nämlich einen Fotografen da, der für 500 Schilling (= ca. 25 Cent), ein Bild gemacht hat. Und da wollte natürlich jeder ein Bild mit dem „Mzungu“ haben. Komisches Gefühl so viel im Mittelpunkt zu stehen und nur wegen der Hauptfarbe sowas wie eine Attraktion zu sein. Obwohl ich zugeben muss, dass es wahrscheinlich hier in der Umgebung nicht sonderlich viele Chöre geben wird, wo Weiße mitsingen.

 Aber der Tag hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und ich habe mich auch mit einigen der Chormitgliedern besser angefreundet und vor allem auch zu den Frauen mehr Kontakt gefunden. Meist ist es nämlich am Anfang sehr viel einfacher mit den Männern zu reden etc., weil die Frauen oft etwas zurückhaltender sind. Aber so kleine Sachen, dass man sich 2x hinterinander mit Deborah den Kopf stößt, oder dass Paulina einfach die Hand auf meinen Schoß legt und sich über mich beugt um mit md anderen zu reden und man irgendwie dazu gehört und keinen Abstand halten muss. Das ist ein tolles Gefühl! 

Der Rückweg war dann auch nochmal etwas spannender, weil nach ca. 20 Minuten das Pikipiki von einem der Chormitglieder keinen Sprit mehr hatte und wir ihn kurzerhand samt Motorrad auf dem Anhänger mitgenommen haben. Außerdem noch alle möglichen Menschen, die in die gleiche Richtung mussten. Zwischendurch habe ich an die 40 Leute, plus Motorrad hinten drauf gezählt. War doch ein ziemlich einprägendes Erlebnis, aber ich würde es jeder Zeit wieder mitmachen! Und auch nicht vorne auf dem Traktor sitzen wollen (Das wurde ich anfangs gefragt. Weiße kriegen halt doch immer erst den angenehmeren Platz angeboten). Aber nein ich wollte bei dem Chor sitzen und bei den Menschen, die ich kenne und mitsingen und lachen!

Sooo...Fertig! Da ich es noch nicht schaffe die Fotos in den Text einzufügen, müsst ihr euch die Fotos halt einfach so angucken :D

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