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Auf den Punkt kommen...

Autor: Julia | Datum: 02 Oktober 2013, 21:03 | 5 Kommentare

Hallo!

Erst mal vorweg eine kleine Warnung: Hab ein bisschen mehr geschrieben dieses Mal (ich kenne mich selber gut genug und weiß, dass ich auch nicht immer alle langen Texte lese, die ich irgendwo im Internet finde…Leider war ich nicht anwesend, als Gott die Gabe verteilt hat, auf den Punkt zu kommen. Deswegen am Anfang eine Stichpunkthaltige Zusammenfassung für alle faulen Leser (wie mich) und danach die detaillierte Version).

Zusammenfassung 

·         Meine Arbeit in der Cafeteria: Mandazi backen (anstrengend!), Geschirr spülen und Patienten-Konten verwalten zsm mit Mama Viki.

·         Potenzielles Projekt: Crashkurs Computer mit den Doktoren .

·         Mama Debo: Köchin. Laute Stimme. Direkt. Ich mag sie total gerne.

·         Tumaini: Schmuckschmied. Große Hilfe beim erklären und Kiswahili beibringen. Guter Freund. Macht viele Witze. Kann unglaublich tolle Sachen herstellen!

·         Bwana Lugazo: Maler. Sehr sehr nett. Wir haben unsere eigenen Insider. Kochen oft zusammen. Reden über anspruchsvollere Themen. Austausch über kulturelle Unterschiede.

·         Suleman: Gärtner. Hat mir meine Mandazi geklaut! :D Wir verstehen uns sehr gut.

·         Mathayo: Mitarbeiter im Krankenhaus. Singt im Männerchor. War schon 2x bei ihm zu Hause eingeladen. Hat einen Sohn, Manfred (1 Jahr alt). Die Frau ist sehr lieb. Das Haus ist sehr schön eingerichtet! Hat einen kräftigen Händedruck.

·         Ewat: Arbeitet im Nachtdienst und auf der Farm. Hab ihn gestern besucht. Liebt Gärtnerei. Total gepflegte Felder. Einen Fischteich mit Fischen und Seerosen. Sympathisches Lächeln.

·         Isaka: Gärtner von Blauths. Verschmitztes Lächeln. Singt auch im Männerchor. Hab ihm ein mal beim Ente rupfen zugeguckt.

·         Jeneta: Hausangestellte von Blauths. Durch und durch ein netter Mensch. Heute gabs Kartoffelbrei und Hackfleischsoße. Hat eine Tochter in meinem Alter. Die wiederum ein Kind bekommen hat.

·         Jakobo: Kenne ich aus dem Chor. Hat eine superschöne Stimme. Bisschen „albern“. Super cool drauf.

·         Flora: Mitarbeiterin der Kiwanda. Wie eine Schwester für mich. Tägliche Knuddeleinheiten. Hilfe überall wo ich sie brauche. Kochen. Plaudern. Lachen. Ausruhen. Neues entdecken. Herzlich und liebenswürdig bis zu „mno“. Einer der liebsten Menschen, die ich kenne. :D

·         Katzenbabys und treue Hunde

·         Luca und Ross. 2 „Leidensgenossen“ , obwohl leiden das falsche Wort ist! Zusammen gekocht und gegessen und geredet.

·         Michaelistag: Toller Gottesdienst von Kindern gestaltet. Nachmittags: Chor-Wettbewerb zwischen Chören der Dörfer.

·         Verabschiedung: Ich vermisse euch alle ganz doll. Hab euch lieb. Küsschen. Herzchen. Bliblablubb. Tralalallalaaala :D Nein wirklich, vermisse doch einiges, aber liebe auch so viel hier!!!!!!!!! Julia

Detaillierte Fassung

Naja ich fange mal an ein bisschen mehr von hier zu erzählen…Am Freitag war mein letzter Tag in der Cafeteria. Ich arbeite ja ab jetzt immer eine Woche in einem unterschiedlichen Arbeitsbereich. Und letzte Woche war die Cafeteria dran. Morgens um 7Uhr haben wir immer angefangen alles vorzubereiten. Die Woche gab es 4x Mandazi (süßer Hefeteig, daraus werden Kreise ausgestochen, die dann frittiert werden). Das hieß dann morgens immer den Teig machen. Und das hieß wiederum, dass man 7-8kg Mehl + Zucker + Hefe + Backpulver + Wasser + Öl kneten musste. Ganz schön anstrengend! Aber ich habe es gemeistert. Zwar nicht annähernd so schnell und gekonnt, wie die Leiterin der Cafeteria, Dada Viki, aber immerhin. Sie war total begeistert davon. Höhöhöö Handball bringt also doch was! :D Ansonsten hab ich dann während der Hochphase (ab 10Uhr morgens) meistens die benutzten Tassen und Teller gespült. Und danach noch geholfen die Abrechnungen zu machen (Jeder Patient hat sein eigenes Konto, das täglich verwaltet werden muss). Eckenrechnen kann einem doch irgendwie helfen….

Wenn ich es endlich schaffe einen Termin zu finden, wo ich und Doktor Dili Zeit haben, gucken wir uns mal seinen Laptop an. Dann gebe ich irgendwann einen Crashkurs für alle Interessierten: Tastatur, E-Mail schreiben und evtl Fortgeschritten und falls vorhanden: Wie benutze ich Word und Excel.  Das wird auf jeden Fall eins meiner nächsten Projekte.

Mitarbeiter

Mama Debo arbeitet in der Küche, wo für die Patienten (100-130) gekocht wird und hat ein sehr sehr lautes Organ….Und außerdem unglaubliche Oberarme :P Sie hat eine sehr direkte Art und ich komme super mit ihr klar J Und sie ist auch echt lustig!

Wen gibt’s denn noch? Tumaini. Das ist wiegesagt der Mitarbeiter, der Schmuck herstellt, Taschen flechtet, Zuckerdosen aus Kokosnüssen macht oder Flipflops (und alles Mögliche andere). Ich meine allein die  Tatsache, dass ich das total faszinierend finde, was er da alles herstellt und es total mein Ding ist, hat er auch echt eine tolle Persönlichkeit. Nur am Lachen und hilft mir auch alles Mögliche, was ich nicht verstehe, zu erklären. Wir haben inzwischen auch schon ein paar Insider. Und darüber wird jedes Mal wieder neu gelacht J selbst wenn es nur so etwas Banales ist: Im Innenhof nehme ich immer einen kleinen Umweg, um nicht unter der Wäscheleine durchgehen zu müssen, weil ich ein paar cm zu groß bin und schon 2x volle Kanne gegen die Stange gelaufen bin.

Dann gibt’s noch Bwana Lugazo, der Maler. Mit ihm habe ich schon öfters zusammen gekocht und habe auch mit ihm einige Insider. Er kann auch ziemlich gut erklären und pantomimisch alles darstellen J Das ist einer der Personen, mit denen ich mich auch Mal über etwas anspruchsvollere Themen unterhalten kann J  Das tut gut. Immer nur den Smalltalk zu führen ist auf die Dauer gar nicht mal so einfach. Ich meine den Smalltalk beherrsche ich größtenteils, aber manchmal hat der Mensch ja durchaus auch das Bedürfnis sich mitzuteilen oder sich über anspruchsvollere Themen auszutauschen. Lugazo hat ziemlich viel Geduld und hat mir auch schon angeboten ihn immer fragen zu können, wenn ich zb Kulturell mal was nicht verstehe. Da haben wir letztens ganz lange drüber gesprochen. Zb dass es hier üblich ist, dass man sich einfach an die Hand nimmt und Händchen haltend irgendwo zusammen hingeht. Egal ob Frau + Frau, Frau + Mann oder Mann + Mann. Und das war für das erste Mal irgendwie ein komisches Gefühl mit Tumaini zusammen übers ganze Hospital Händchen haltend zu laufen. Aber es ist halt kulturell so verankert. An sich ja auch nichts schlimmes, nur halt anders. Und er hat mir halt angeboten solche Fragen zu klären, bzw. sich darüber auszutauschen um voneinander zu lernen und das genieße ich sehr!

Dann gibt’s da noch Suleman, der Gärtner. Der ist nicht ganz so gut im Sachen veranschaulichen und erklären, von daher ist es mit dem unterhalten manchmal noch etwas schwierig. Aber sonstige Verständigung läuft total super! J Hat mir letztens als ich mich gerade ausgeruht hatte meine Mandazi geklaut, weil er meinte, ich hätte jetzt genug und er habe gerade Hunger. Ich weiß das ist nicht wirklich was Großartiges. Aber irgendwie ist mir das im Gedächtnis geblieben…War irgendwie so als würde ich dazu gehören und für mich die gleichen Regeln gelten, wie für die Anderen. Das man den andern halt mal etwas „ärgert“. Ich weiß nicht, vielleicht versteht ihr ja, was ich meine J

Mhh ich mache mal weiter…ich weiß nicht, ob ich alle schaffe…ist wahrscheinlich auch gar nicht mal so interessant. Viele kenne ich ja auch noch nicht. Aber ich erzähle einfach mal von denen, mit denen ich mich zurzeit noch gut verstehe. Mathayo ist auch einer der Mitarbeiter….Irgendwie haben wir Spaß daran uns gegenseitig sehr kräftig die Hand zu geben. Und auch ansonsten ist er mir ziemlich sympathisch. War jetzt schon 2x bei ihm zuhause eingeladen. Das erste Mal habe ich nichts verstanden….Das zweite Mal habe ich schon geholfen für die deutschen Gäste ein bisschen zu übersetzen. Und auch seine Frau meinte, dass sich meine Kenntnisse in der Zwischenzeit deutlich verbessert hätten J Das hat mich total gefreut, weil ich gemerkt habe, dass sie das wirklich ernst meint. Ich kriege ja von vielen zu hören, wie toll ich schon Kiswahili sprechen kann. Aber manchmal habe ich auch das Gefühl, dass sie mir ein gutes Gefühl geben wollen und sich dann freuen, dass ich mich an eine Vokabel erinnern kann, aber nicht, dass ich zb die Verneinung in der Vergangenheit bilden kann. Ich weiß nicht, ob ich was die Sprache angeht nicht auch sehr hohe Ansprüche an mich selber stelle….naja wahrscheinlich, Aber kann ja nicht schaden!  Die wunder sich alle, dass ich irgendwie nie was aufschreibe, sondern einfach durch Übung und Nachfragen lerne und mir das dann behalte. Aber zurück zu Mathayo. Sie haben ein kleines Kind….Ich glaube 1Jahr und ein paar Monate alt. Ist am Anfang immer etwas schüchtern, vor allem an Weiße muss er, Manfred heißt der Kleene, sich immer erst gewöhnen. Aber letztes Mal, als ich da war haben wir zusammen gespielt und er hat soooo süß gelacht und die beiden haben mich eingeladen jederzeit wiederzukommen. Das werde ich auch glaube ich tun J Evtl bringt mir Mathayo auch bei Trompete zu spielen. Das ist allerdings noch nicht ganz so klar J Ansonsten hat er eine unglaubliche Stimme! Er singt auch beim berühmten Männerchor Lutindis mit. Meisten sogar die Hauptstimme, die über den anderen singt. Und leitet nebenbei glaube ich 3 Chöre.

Dann gibt’s da noch Ewat. Das ist auch ein Mitarbeiter, der entweder auf dem Bauernhof arbeitet oder im Nachtdienst bei den Patienten. Hatte bisher noch nicht soooo viel mit ihm zu tun, aber ich habe mich letzte Woche sehr gut mit ihm unterhalten und er hat mich auch schon zu sich nach Hause eingeladen.  Ich hab ihn gestern zusammen mit dem anderen Freiwilligen, Luca, in Masange besucht. Er geht total in der Garten- und Feldarbeit auf und hat total gepflegte Felder (Möhren, Salat, Tomaten, Zwiebeln, Spinat, Wassermelone, Bananen, Papaya, Avocado, etc.) und einen Teich mit ganzen vielen Seerosen! Ich hab ihn jetzt schon gerne. Nicht zuletzt, weil ein total sympatisches Lächeln hat :P

Und wo wir gerade bei der Sympathie sind….der private Gärtner von Blauths, Isaka, hat ein unglaublich verschmitztes Lächeln. Isaka singt auch im Männerchor, und ist irgendwie „frech“. Hahaahaaa erwische mich gerade selber dabei, dass ich anfange zu lachen. Nein total nett.  Und ein bisschen frech. Das beschreibt es glaube ich am besten! Und er hat seinen ganz eigenen Tanzstil. Er ist gleichzeitig irgendwie ziemlich steif was das Tanzen angeht, aber hat‘s trotzdem total drauf! :D

Mama Jeneta ist die Hausangestellte, mit der ich mich auch sehr gut verstehe. Das war auch die, wo die 18-jährige Tochter ein Kind bekommen hatte. Sie ist einfach nur durch und durch nett. Heute haben wir zusammen Kartoffelbrei und Hackfleischsoße gegessen! Lecker, lecker, lecker!

Dann gibt’s noch Jakobo. Einer aus dem Chor. Ausnahmsweise mal kein Mitarbeiter des Hospitals und gleichzeitig auch in meinem Alter! Total cool drauf. Ist gleichzeitig so nen bisschen der Clown…Bzw. er macht halt die ganze Zeit nur Scheiße. Erinnert mich so nen bisschen an Paul, Juli und Diego. Oder an unsere Spanisch Stunden mit Paul und Max. Ist nur am rumalbern. Kann aber richtig schön singen! Und hat eine richtig geile Bassstimme! J Und ist auch sehr nett (wie alle Menshcen um mich herum).

So das war‘s erst mal zu den Leuten. Bzw die wichtigste Person habe ich noch nicht erwähnt…..Flora J Flora ist so ein toller Mensch! Wirklich wie eine Schwester. Ich kenne keinen, der Flora nicht mag und jeder schließt sie glaube ich augenblicklich ins Herz ein. Egal ob man Kiswahili sprechen kann oder nicht. Sie hilft mir alles zu erklären und zu zeigen und ist einfach wie eine Freundin oder Schwester für mich. Bei ihr kriege ich meine Knuddeleinheiten und mit ihr kann ich mich auch über alles unterhalten und man sieht Flora selten ohne ein Lächeln im Gesicht. Wirklich! Und sie kümmert sich total toll um mich. Sie ist auch überall mit dabei. Im Chor, beim Kindergottesdienst, im Hospital…Und ich darf zu jeder Stunde bei ihr zuhause vorbei kommen um zu quatschen, zu kochen oder zusammen die Mittagspause zu verbringen und zu schlafenJ

Es gibt Katzen Bibiiiiiiiiiiiiiis!!!!!!!!!!!!!! :P Eine der Katzen, Mpole, hat 2 kleine Kätzchen bekommen (allerdings auf dem Dachboden, wo es tagsüber gerne mal an die 40-50°C heiß wird. Und dann auch noch in einer Plastiktüte. Hab sie in eine Box verfrachtet und wo anders hingebracht). Die Hunde sind mir irgendwie auch ganz wichtig! Ist total schön 2 Begleiter zu haben, die man dann zwischendurch streicheln kann und die einem treu überall mit hin folgen.

Achja um nochmal zu den Menschen zurückzukommen….Die beiden anderen Freiwilligen, Ross (aus New York) und Luca (aus Rom) haben mich schon 2x zum Essen eingeladen. Ist ganz angenehm noch 2 Menschen hier zu haben, die was Ähnliches durchleben, wie ich. Und sie sind einfach nett. Beim ersten Mal gab‘s Reis und Tomatensoße und sie meinten, dass sie das wohl jeden Tag essen bisher. Beim zweiten Mal wollten wir eigentlich Chapati (Pfannkuchenartig) machen. Leider hatte Ross das falsche Mehl gekauft und wir hatten auf einmal Ugali. Haben es trotzdem als „Chapati“ verarbeitet. Hat ganz gut geschmeckt :D Ich habe den beiden ein bisschen selbstgebackenen Kuchen mitgebracht. Hab nämlich am Freitag zum ersten Mal gebacken! Zwar mehr nach Gefühl, als nach Rezept, aber der Kuchen schmeckt! :D im Steinofen mit Feuer gebacken! Njommnjommmnjommmmm :D Und ich hab dann nachmittags noch Lugazo, Jeneta und Tumaini zum Kuchen essen, Tee trinken und Pudding essen eingeladen. Hab zum ersten Mal jmd zu mir eingeladen :D Und war zur Abwechslung mal nicht Gast, sondern Gastgeber! :D

Am Sonntag wurde hier der Michaelistag gefeiert. Das ist hier der größte Feiertag für die Kinder. Der Gottesdienst wurde größtenteils von den Kindern gestaltet. Sie haben Bibelverse vorgelesen und gerappt, ganz viel gesungen (natürlich vierstimmig und mit Trommeln) und ein Theaterstück aufgeführt (das hat mir echt total gut gefallen, weil ich es auch verstanden habe und es total witzig war!). Und es gab ganz viel „vigelegele“. Das ist ein relativ hoher Ton, wo man ganz schnell mit der Zunge „lallt“. Ich weiß nicht wie man das beschreiben soll. Ich kriege definitiv jedes Mal Gänsehaut, wenn die Frauen damit anfangen. Sobald irgendwas Besonderes oder Tolles passiert, fang sämtliche Frauen damit an. Nachmittags war dann die Hauptveranstaltung: Der „Chor-Wettbewerb“. Jedes Dorf hat einen eigenen Kinderchor. Und da wird dann schon Wochen vorher geprobt. Täglich nach der Schule. Nacheinander hat dann jeder Chor gesungen, getrommelt und getanzt. Es war total schön! Und wirklich sooooooooooooo viele Kinder auf einem Haufen! :D Inzwischen vermisse ich die Proben. Jeden Tag schöne Gesänge direkt nebenan. Und währenddessen in der Hängematte dösen und die unglaubliche Aussicht von der Terrasse aus angucken. :P

(Siehe letzten Punkt der Zusammenfassung)

Eure Julia

 

 

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