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"Viele Erste Male"

Autor: Julia | Datum: 16 September 2013, 19:50 | 17 Kommentare

Es passiert mir zurzeit sehr oft, dass ich irgendwem erzähle: „Heute habe ich zum ersten Mal…“ und deswegen dachte ich das wäre ein schönes Thema für meinen nächsten Blogeintrag.              

 

Ich war inzwischen zum ersten Mal beim Gottesdienst und habe mich da auch allen auf Kiswahili vorgestellt. Die Menschen waren etwas erstaunt, dass ich erst 18 bin, aber haben sich total gefreut, dass ich mich (hoffentlich) einigermaßen verständlich ausgedrückt habe. Inzwischen war ich schon drei Mal beim Gottesdienst und jedes Mal gab es etwas Neues zu erleben!

Ich habe zum ersten Mal während des Gottesdienstes im Chor mitgesungen und gestern habe ich sogar mein erstes Lied auf Kiswahili auswendig mitgesungen und mitgetanzt! Insgesamt ist der Gottesdienst hier etwas anders als in Deutschland. Es gibt sehr viele festgelegte Abläufe und Texte, die im Wechsel mit dem Pfarrer gesprochen wird. Außerdem singt jeder Chor (mein Chor „Jugendchor“, der „Tumaini-Chor“, der „Große Chor“ und der berühmte „Männerchor“). Ich bin echt sprachlos. Singen kann hier eigentlich jeder. Gewöhnliche Kirchenlieder werden automatisch vierstimmig gesungen und wenn der Männerchor singt, kriege ich regelmäßig Gänsehaut.

Ich habe zum ersten Mal eine Versteigerung am Ende des Gottesdienstes erlebt. Man kann seine Kollekte nämlich nicht nur in Form von Geld, sondern auch in Form von Lebensmitteln, wie Bohnen, Bananen, Tomaten oder Tieren, zB Hühner oder Enten (die dann während des gesamten Gottesdienstes vorne neben dem Altar liegen) spenden. Am Ende vom Gottesdienst gehen dann alle raus, stellen sich vor die Kirche und können dann die verschiedenen Sachen ersteigern.

Ich habe mir zum ersten Mal in Lushoto auf dem Markt selber Tomaten, Zwiebeln, Paprika, Pringles, Snickers und Nutella gekauft…auf Kiswahili! J Wahrscheinlich werde ich in ein paar Wochen darüber lachen, dass ich jetzt so stolz darauf bin. Aber gerade ist es noch nichts Alltägliches auf einen Markt zu gehen und auf Kiswahili zu verhandeln.

Ich habe mein erstes Brot gebacken. Dienstags und freitags wird nämlich immer für alle Patienten und Mitarbeiter Brot gebacken. Das Hospital hat einen eigenen Steinofen und da werden dann den ganzen Tag über 200-300 Brote gebacken. Ich frühstücke daher morgens immer selbstgebackenes Brot und muss sagen: Es schmeckt durch den Steinofen einfach nur lecker!

Ich habe meine ersten „Mandazi“ gebacken. Das ist hier so das übliche Gebäck, was man auch oft bei Besuchen angeboten bekommt oder was es bei Feierlichkeiten zum Chai dazu gibt. Im Prinzip sind es Teigbällchen, die in Fett frittiert werden.  Total lecker, aber sehr fettig :D

Ich habe mein erstes eigenes Müsli gemacht. Zunächst habe ich dafür Erdnüsse geröstet und danach zusammen mit Cornflakes, Sesam und Honig nochmal in den Ofen geschmissen. Schmeckt auch super lecker! Vor allem zusammen mit verschiedenen Früchten (zB. Passionsfrucht, Banane, Mango….) und natürlich mit frischer Milch vom Bauernhof hier auf dem Hospitalsgelände.

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Kuh gemolken und es ist sogar Milch rausgekommen! Okey ich muss zugeben sonderlich lange habe ich noch nicht ausgehalten, weil es doch relativ anstrengend ist auf die Dauer :P

Ich habe meine erste „Kitenge“ gekauft, kann sie inzwischen relativ gut „anziehen“ ohne das sie mir runterrutscht. Es gibt „Kitenge“ und „Kanga“. Beides sind einfach Stoffe, bzw. Tücher, die sich die Frauen um die Taille und/oder Schulter binden und auch ihre Kinder damit durch die Gegend tragen.

Vor zwei Wochen habe ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit zwei anderen Freiwilligen gemacht, die hier ganz in der Nähe in Bethania wohnen. Ross kommt aus New York und Luca aus Italien. Sie wohnen mitten im Dorf und arbeiten in dem Projekt „2 Seeds“, sind daher im Bereich Landwirtschaft aktiv. Wir haben schon zusammen gekocht und ich verstehe mich ganz gut mit ihnen. Es ist ganz schön, dass man sich dann mal auf Englisch unterhalten kann und sich vor allem über ähnliche Probleme, „Sprachkenntnisse“, Sachen, die man nicht versteht, unterhalten kann. Außerdem sind sie auch einfach nett!

Ich bin bestimmt die erste und wahrscheinlich auch die einzige Person in ganz Tansania, die eine CTG-Handball-Fahne in ihrem Zimmer hängen hat und in CTG-Trikots oder T-Shirts hier rum läuft! Und ich bin stolz drauf!!!!!!! :D

Ab Morgen bin ich dann zum Ersten Mal „wirklich alleine“. Blauths (Barbara & Werner Blauth, die hier mit in der Leitung sind) fliegen für 5-6 Wochen nach Deutschland. Bisher habe ich eigentlich immer mit ihnen zusammen Mittag und Abend gegessen und konnte dann auch mal auf Deutsch reden und nach Sachen fragen, die ich nicht verstehe. Jetzt bin ich auf mich alleine gestellt. Ich bin aber ziemlich zuversichtlich, dass das kein großes Problem darstellt, da ich ja um mich herum viele liebe Menschen habe, die mir bei allem helfen und die ich jederzeit fragen kann, wenn ich etwas nicht verstehe. :P

Ich habe gerade meinen Gasherd eingeweiht und zum ersten Mal bei mir in meinem Zimmerchen für mich gekocht. Nichts spektakuläres (Ugali mit einer tomaten-Zwiebel-Paprika-Soße), aber es war trotzdem ganz lecker! Von daher kann die nächsten Wochen eigentlich (fast) nichts schief gehen! Verhungern werde ich zumindest nicht!

So das wars fürs Erste. Ich versuche später Mal noch ein paar passende Fotos hochzuladen. Apropos, falls ihr ihn noch nicht gelesen habt: Ich hab meinen ersten Blogeintrag geschrieben und meine ersten Fotos hochgeladen. Falls ihr es noch nicht gemacht habt….NACHHOLEN! Ganz schnell! :D

 

Ganz ganz liebe Grüße!!!!!

 

Julia  

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